Wertvolle Stoffe für das Brautkleid
Sobald sie sich auf die suche nach ihrem Brautkleid begeben, wir ihnen auffallen, dass neben verschiedenen Farben und Schnitten auch das Material eine zentrale Rolle spielt, wenn es darum geht, wie sich ein Kleid anfühlt und wie sie sich darin fühlen.
Vermutlich haben Sie schon eine Ahnung, wie Ihr Traumkleid aussehen könnte, ob es sich eng an Ihren Körper schmiegen soll, ob Sie sich hauchzarte Transparenz oder große Volumen wünschen. Silhouette und Struktur des Kleides werden maßgeblich durch die verwendeten Stoffe beeinflusst. Wir verraten Ihnen, über welche Eigenschaften Fasern und Gewebe verfügen, die am häufigsten für Brautkleider zum Einsatz kommen - und wie man diese richtig pflegt.
Luxusfaser Seide
Einer der beliebtesten Stoffe für Brautmode ist Seide, eine edle, besonders, schön glänzende Naturfaser. Die Preise für echte Seide liegen oft sehr hoch, weil es sich um ein aufwändig zu erlangendes Tierprodukt handelt. Zu unterscheiden sind Haspel- und Wildseide, Haspelseide gewinnt man von gezüchteten Seidenspinnen, einer Schmetterlinsart, die sich von Maulbeerblättern ernährt. Diese produzieren bei der Verpuppung einen Seidenfaden, in den sie sich einspinnen, wodurch ein Kokon entseht. Das entspinnen dieses Kokons nennt man „Haspeln“.
Haspelseide ist sehr glatt - im Gegensatz zur Wildseide, die sich durch grobe Unregelmäßigkeiten im Gewebe auszeichnet. Diese Feinheitsschwankungen sind unvermeidbar, da Wildseide von Tussahspinnen gewonnen wird. Diese könne nicht gezüchtet werden, weshalb ihre Kokons aus Bäumen und Sträuchern gesamt werden müssen und nicht gehaspelt werden können.
Seidenstoffe sind Doupion, Honan und Shantung, Crepe de Chine, Crepe Georgette, Crepe Satin, Damassé, Bourette und Pongé. Teilweise werden auch Chiffon, Organza, Satin und Taft aus Seide hergestellt.
Seidene Gewänder waren übrigens schon immer sehr begehrt und in mancher Epoche nur dem Adel oder Würdenträgern vorbehalten. Heute kann Seide chemisch nachgebildet werden und ist in dieser Form sehr viel erschwinglicher.
Glänzender Satin
Als Satinstoffe werden allgemein Gewebe mit besonders glatter Oberfläche und weichem Fall bezeichnet. Satin wir aus verschiedenen Grundstoffen unterschiedlicher Qualität gewebt. Besonders beliebt ist Duchesse, eine Mischung aus Seide und Viskose, die allgemein als leicht und angenehm auf der Haut empfunden wird. Allen Satinstoffen gemeinsam ist das kräftige Farbleuchten, das sich durch die glatte Oberfläche ergibt.
Satin lässt sich auf grund seiner hohen Festigkeit schön besticken und es entstehen kaum Falten, weil sich die Stoffe durch ihr hohes Gewicht immer wieder glatt ziehen.
Fließender Chiffon
Auch Chiffon kann aus unterschiedlichen Grundmaterialen gewebt werden, wodurch sich Differenzen bezüglich der Stoffeigenschaften ergeben. Seidenchiffon beispielsweise ist viel dünner und einer als Chiffon aus Polyester. Typisch für das Material ist seine fließende Leichtigkeit und seine Transparenz. Chiffon kommt häufig als zweite Schicht über blickdichte Materialien zum Einsatz oder wird in mehreren Lage übereinander gelegt.
Schillernder Organza
Luftige Effekte durch Transparenz lassen sich auch mit Organza ereichen. Das Gewebe ist generell steifer als Chiffon, weshalb es sich besser für den Aufbau von Volumen eignet. Organza wird häufig für Dekoration verwendet, weil das Gewebe über einen ausgeprägten Glanz und ein besonderes Schillern verfügt. Diese Eigenschaften ergebenen sich aus der Leinwandbindung von Endlosgarnen, die aus verschiedenen Grundmaterialien entsehen können. Je feiner die verwendete Faser, desto höher der Glanz-Effekt.
Matter Taft
Taft beschreibt dichte Gewebe aus Endlosgarn in Leinwandbindung. Auch hier unterscheiden sich verschiedne Taftgewebe nach den Eigenschaften der Fasern, vor allem bezüglich ihrer Festigkeit. Taft wird auf Grund seiner Struktur gerne verwendet, um stehende Volumen zu gestalten und feine Strickereien umzusetzen. Seine Oberfläche ist fein und matt.
Tausend Lagen Tüll
Tüll kommt eist für sehr weite Röcke zum Einsatz. In mehrer Schichten verleiht es ihnen extremes Volumen. Die transparente Wabenstruktur verleiht rauschenden Prinzessinnenkleidern eine unvergleichbare Leichtigkeit. Heute wird meist synthetisch hergestellter Tüll verwendet, da sich das Material in Naturform als sehr zerbrechlich und pflegeintensiv erweist.
Wärmender Samt
Der Sammelbegriff Samt steht für Gewebe mit einer Flordecke. Die typisch samtige Oberfläche entsteht durch ein drittes Fadensystem, dessen Schlingen aufgeschnitten werden. Dank seiner wärmenden Oberfläche kommt Samt vor allem für Winterkleider, Jäckchen und Details zum Einsatz. Der schwere Stoff fällt sehr weich. Für Hochzeitsbräute, die ein paar Pfunde kaschieren möchten, ist Samt nicht geeignet: Auf Grund seiner Flordecke trägt Samt stark auf.
Feinste Spitze
Die verschiednen, kunstvollen Motive unterschiedlicher Spitzen entsehen von Hand oder maschinell. Am weitesten ist die sogenannte Ätzspitze verbreitet, die - wie der Name bereits verrät - durch Ätzen entseht. Zunächst wird das Muster maschinell auf das Gewebe gestickt, das im Anschluss durch Ätzen zerstört wird: Übrigens bleibt das gestickte Muster, die Spitze. Echte, handgearbeitete Spitzen wie Klöppel- und Brüsseler Spitzen sind besonders exklusiv, aber auch preislich höher anzusiedeln.
Vom Brautkleid zum Ballkleid
Was macht an eigentlich mit seinem Brautkleid, wenn der große Tag vorüber ist? Niemals würden Sie Ihr Brautkleid hergeben oder ändern wollen, weil es sich um ein wertvolles Erinnerungsstück handelt? Dann verpacken Sie Ihr teures Stück sorgfältig in einem Kleidersack oder in eine so genannte Wedding-Dress-Box, einer speziellen Aufbewahrung für Brautkleider, um es vor dem verstauben zu schützen.
Nehmen Sie Ihr Kleid einmal im Jahr heraus, um es auszubreiten und neu zu verpacken. So verhindern Sie dass sich Falten einprägen und können gleichzeitig in Erinnerungen an Ihre Hochzeit schwelgen. Wenn Sie eher ein praktisch denkender Mensch sind, und es viel zu schade finden, dass das Kleid nun keinen wirklichen Zweck mehr erfüllt, haben sie einerseits die Möglichkeit, es an eine andere Braut weiterzugeben.
Andererseits, wenn Sie sich nicht von Ihrem Brautkleid trennen möchten, können sie es vielleicht durch wenige Änderungen am Schnitt oder den Details in ein Abendkleid verwandeln. Färben Sie Ihren Traum in weiß mit einer anderen Farbe ein und Sie haben eine besonders glanzvolle Ballrobe. Doch Vorsicht: Färbeaktionen in Eigenregie sind äußerst riskant, weil sich viele Fasern dafür gar nicht eignen. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihr Kleid umzuarbeiten, überlegen Sie sich diesen Schritt gründlich und lassen Sie besser Profis ans Werk. Denn Änderungen können Komplikationen mit sich bringen und lassen sich meist nicht rückgängig machen.
Quelle: Magazin für Brautmode


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