Vorsicht beim Notebook-Schnäppchen
Vor Weihnachten werden sich Elektronik-Versandhäuser und Discounter wieder mit Sonderangeboten für Notebooks unterbieten. Doch was taugen die Notebook-Schnäppchen und worauf sollte man als Kunde achten? Ein Überblick.
Das Angebot an günstigen Notebooks ist riesengroß. Dabei ist es egal, ob man sich bei einem Discounter, im Internet oder im Fachgeschäft umschaut. Neue Geräte unter 500 Euro sind keine Seltenheit. Doch wird das eine Gerät mit dem anderen vergleichen möchte, tut sich meist schwer. Technische Daten sind für den Laien oft schwierig zu verstehen, zudem häufig vage. „Viele Prospektangaben wie etwas die Akkulaufzeit sind nicht genormt“, sagt Dirk Lorenz. Er ist bei der Stiftung Warentest in Berlin zuständig für Notebooks und verweist auf die einschlägigen Untersuchungen.
Angaben wie etwas die Bezeichnung der Grafikkarte sagen nur dem Experten etwas. Auch seien die Taktraten des Prozessors nicht immer das Wichtigste. Ältere Prozessoren sind meist gar nicht so viel langsamer. Komplett fehlen in den Prospekten meist Angaben zur Helligkeit des Displays, was jedoch je nach Einsatzort eine entscheidende Frage sein kann.
Zweitakku für wenig Geld
Die wichtigste Frage vor dem Notebookkauf sollte sein: „Was möchte ich mit dem Notebook eigentlich tun?“ Ist es ausschließlich für die Benutzung unterwegs gedacht, dann sollte es klein und leicht sein. Zudem ist es ratsam, einen guten Akku im Gerät zu haben. Womöglich findet sich ein Händler, der beim Kauf eines Notebooks noch einen Zweitakku für wenig Geld mit drauflegt. Einfach und vor allem günstig wir der Kauf, wenn das Notebook nur für Office-Anwendungen und zum Surfen im Internet genutzt werden soll, Dann reicht in der Regel ein einfacher, preiswerter Prozessor ohne viel Schnickschnack.
In billigeren Notebooks sind meist keine leistungsstarken Prozessoren eingebaut. Doch die reichen für einfache Büroarbeiten und das gelegentliche Abspielen von Musik oder Videos. Günstige Einkern-Prozessoren wie der Sempron von AMD oder Intels Celeron M genügen in diesem Fall. Sie meisten auch Aufgaben wie Foto-Konvertierung oder das Herunterrechnen einer Video-DVD, aber der Rechner braucht dafür eben seine Zeit.
Er allerdings mit dem Notebook Größeres vorhat und etwa Videos bearbeiten möchte oder die neuesten 3D-Spiele möchte, kommt mit 500 Euro nicht sehr weit. Diese Software benötigt in der Regel die neuesten Mehrkern-Prozessoren wie Dual- oder QuadCore. Außerdem sind bei solchen Anwendungen eine gute Grafikkarte und ein perfektes Display unerlässlich. Spart man an diesen Komponenten, hat man später keine Freude am neuen Gerät. Sehr schwierig wird es für jene, die von allem etwas haben möchten. Also Office-Anwendungen, Bildbearbeitung und gelegentlich ein Spielchen. Gerade Letzteres kommt dann meist teuer. In diesem Fall sollte der Käufer noch einmal in sich gehen und fragen, ob er das neue 3D-Spiel wirklich spielen möchte.
Kurz und knapp
- Günstige Geräte reichen für viele Anwendungen vollkommen aus
- Im Alltag ist die Qualität von Akku und Display entscheidend
- Software biete kaum Sparpotenzial
Gerät vorher ansehen
Entscheidet man sich dafür, ein Billig-Notebook zu kaufen, sollte man das Gerät genau unter die Lupe nehmen. Abzuraten ist von Schnäppchenkäufen aus dem Internet. Gespart wir nämlich häufig am Display. Das sollte man sich beim Händler anschauen: Ist die Helligkeit ausreichend? Lässt sich auf dem Bildschirm noch etwas erkenn, wenn die Umgebung hellt ist? Und aus welchem Blickwinkel? Dirk Lorenz weist noch auf einige andere Fußangeln hin: „Mangelnde Nachrüstbarkeit von Bauteilen und ihre Reperaturunfreundlichkeit sind neben der Ergonomie die Schwächen des Notebooks.“
Lässt sich Arbeitsspeicher relativ einfach selbst nachrüsten , gibt es Festplatten und DVD-Brenner meist nur als Spezialzubehör vom Hersteller. Und das kann teuere werden. Sind Garantie oder Gewährleistung abgelaufen, lohnt es sich meist nicht, defekte Teile auszutauschen. Die mitgelieferte Software birgt meist nur wenig Sparpotenzial – zumindest bei Billig-Notebooks. In solchen Pakten sind in der Regel nur wenige Programme enthalten. Wird das mitgelieferte Software-Paket groß beworben, sollte man hellhörig werden. Meist sind die versprochenen Programme nur Testversionen oder abgespeckte Varianten von teuren Programmen. Häufig packen Hersteller auch nur Programme ins Paket, die im Internet sowieso kostenlos zu bekommen sind.
Betriebssysteme nicht separat kaufen
Die Frage nach Vista oder XP beantwortet Dirk Lorenz von der Stiftung Warentest mit einem klaren Ja zu Vista. „Wenn man sich jetzt ein neues Notebook mit Betriessystem kauft, sollte man eher auf Vista setze, denn zukünftig werden Hardware und Software immer stärker auf das neue System ausgelegt sein und XP-Versionen immer seltener werden.“ Das Betriebssystem ganz wegzulassen und lieber separat zu kaufen, ist nicht ratsam. „Wird ein Notebook mit Betriessystem ausgeliefert, muss es auch funktionieren und der Notebookhersteller den Support dafür übernehmen. Kauft man das Notebook ohne Betriebssystem oder ändert das Betriebssystem, muss man es selber zum Laufen bringen.“
Wer sich für ein Notebook ohne Betriebssystem entscheidet, sollte sich zudem mit Computern sehr gut auskennen. So finden sich auf den vorinstallieren Geräten bereits jene Treiber, die für den Betrieb der einzelnen Komponenten wie DVD-Brenner, Netzwerk- oder TV-Karte notwendig sind. Auch für den mitgelieferten Betriebssystem-CDs sind die entsprechenden Treiber enthalten. Möchte man das Betriebssystem neu aufspielen, ist in der Regel bereits alles so eingestellt, wie es der Rechner braucht. Lässt man dagegen bei, Kauf das Betriebssystem weg, fängt nach der Installation die Suche an. Häufig weiß man in solch einem Fall nicht, welche Komponenten im Notebook verbaut wurden. Hat man das herausgefunden, müssen die Herstellerseiten nach Treibern abgeklappert werden. Nicht selten sucht man allerdings vergeblich nach Treibern, da Peripherie-Hersteller Geräte nur für einen einzigen Notebook-Typ entwickeln. Treiber und Software sind dann auch nur für den jeweiligen Typ optimiert. Ähnlich ist es beim Thema Linux. Wer dieses Betriebssystem auf seinem Rechner installieren möchte, sollte sich mit der Materie auskennen, ansonsten endet der Notebook-Schnäppchen Kauf im Frust.
Billigmodelle nur fürs Büro geeignet
Notebooks werden immer günstiger. Doch Geräte für 400 bis 500 Euro oder weniger taugen höchstens für den Büroalltag. Wer sein Notebook für Spezialanwendungen oder Spiele braucht, sollte etwas tiefer in die Tasche greifen. Gleiches gilt für die Arbeit unterwegs. Spätestens wenn der Akku schon nach kürzester Zeit schlappmacht, denkt man darüber nach, ob es wohl mit einem etwas teureren Gerät nicht besser gelaufen wäre.
Onlineshops für Notebook Schnäppchen
Quelle: WISO Sparbuch




